© &  Letzte Änderung: Klaus-Peter Köstner / 28.09.2006 23:38:40 

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Nierenkrebs

"Was kann ich schon verlieren" ("Gedanken in einer Landschaft", Klaus-Peter Köstner)

"Another day, another ray of hope" ("Chimera", Bill Nelson)


Ich habe meine rechte Niere wegen eines Krebsgeschwürs verloren. Die Operation war am 10.2.2000 im St. Josephs-Hospital in Krefeld-Uerdingen. Der Operationstag war ein Donnerstag. Am Montag der selben Woche war ich wegen meiner vierteljährlichen Diabetesuntersuchung bei meinem Hausarzt. Ich habe dort eine Urinprobe abgegeben, die laut Untersuchung Blut enthielt. Die folgenden Untersuchungen bei meinem Hausarzt und in der Urologie in Uerdingen ergaben, dass ich ein kleines aber bösartiges Geschwür auf meiner rechten Niere hatte. Daraufhin wurde ich operiert. Die Operation ist gut verlaufen. Zur Zeit kann ich sagen: Es geht mir gut.

Was soll jetzt dieser Bericht?

Ich will dir folgendes sagen:

Geh wenigstens einmal pro Jahr zum Arzt!

Wenn du eine Krankheit hast, die ähnlich gefährlich ist wie Krebs, kann dir nur geholfen werden, wenn die Krankheit frühzeitig entdeckt wird.

Außerdem will ich noch sagen:

Gebe dich nicht auf! Kämpfe gegen deine Krankheit! Der Preis ist dein Leben!

Sonst heißt es noch: Gehe nicht über Los! Ziehe keine 4000 Euro ein! Lese keine Fortsetzungsromane mehr!

Anmerkungen 2001

Ich habe mittlerweile das erste Jahr nach meiner Operation hinter mir und ich lebe noch (wie hätte ich sonst diesen Text schreiben können?). Die Nachsorgeuntersuchungen sind bisher gut verlaufen. Ich meine, daß ich ein Jahr geschenkt bekommen habe. Vielleicht werden es ja noch mehr Jahre... Ach übrigens: ich habe natürlich noch Romane gelesen. (z.B.: "Der fünfte Elephant" von Terry Pratchett)

Anmerkungen 14.02.2002

Heute sind 2 Jahre und 4 Tage vegangen seit meiner Nierenentfernung (Nephrektomie). Ich gehe alle 3 Monate zur Nachsorge-Untersuchung. Jeweils nach einem Jahr wird ein CT der Bauchhöhle und eine Röntgenaufnahme der Lungen gemacht. Die radiologische Untersuchung für 2002 (CT und Röntgen) wird erst Ende Februar durchgeführt. Die Nachsorgeuntersuchungen per Ultraschall waren bisher ohne Befund. Ein negativer Befund ist also für mich positiv!

Mir wurden durch die Operation bisher 2 Jahre geschenkt, die zwar nicht immer leicht waren - aber das hat andere Gründe, die ich hier nicht erwähnen möchte. Trotzdem waren es 2 gute Jahre!

Ich kann es nur wiederholen: Gehe zum Arzt zur Vorsorgeuntersuchung!

Anmerkungen 26.02.2002

Heute war die radiologische Untersuchung: Man hat nichts finden können, was auf einen Rückfall schließen läßt. Ich habe nur Schmerzen auf den Zehen, weil mir wieder ein Felsbrocken vom Herzen gefallen ist!

Anmerkungen 22.02.2003

Am 10.2.2003 sind 3 Jahre seit meiner Operation vergangen. Ich lebe immer noch. Die Quartalsuntersuchung war moch nicht. Aber egal wie es weitergeht: Ich habe drei ganze Jahre nach meiner Krebs-Operation leben dürfen! Ich habe erlebt wie meine Tochter von der Grundschule auf das Gymnasium gewechselt ist.

Anmerkungen für 2004

Dieses Jahr ist mit einigen Aufregungen versehen gewesen. Da der Verdacht bestand, daß meine Schilddrüse krankhaft vergrößert ist - sie ist vergrößert -, waren radiologische Untersuchungen nötig, die einen eventuellen Krebsverdacht in der Schilddrüse verifizieren sollten. Bisher hat sich der Verdacht nicht erhärtet. Es sind aber weitere radiologische Untersuchungen der Schilddrüse nötig.

Dank regelmäßigen Sports, besonders Nordic Walking, hat sich mein Langzeitblutzuckerwert, aber auch mein persönliches Befinden verbessert.

Anmerkungen 06.03.2005

Ich habe meine Krebsoperation mittlereile 5 Jahre überlebt. Das hört sich nach wenig Zeit an, es ist aber relativ viel Zeit. Nierenkrebs hat die Eigenart, daß die operierten Patienten entweder relativ schnell sterben oder aber sehr gute Aussichten auf ein Überleben haben. Wer sich nicht operieren läßt, bei Nierenkrebs heißt dies, daß die betroffene Niere komplett mit Nebenniere, Lymphgewebe und Harnleiter entfernt wird, ist schon so gut wie tot. Ohne Operation sind die Aussichten extrem schlecht, weil das Karzinom auf Grund der guten Durchblutung der Niere, sehr schnell streut. In meinem Fall kann ich sogar behaupten, daß ich außerordentliches Glück gehabt habe, da bereits Blut im Urin war. Dies ist normalerweise ein Zeichen dafür, daß das Karzinom schon streut. Ich kann also sagen, daß mein bisheriges Überleben mehr wert ist als ein Lottogewinn mit Jackpot!

Als Abschluß der Untersuchung zum 5. Jahrestag der Operation fehlt nur noch die radiologische Untersuchung: Hierbei wird noch ein CT des Abdomen und eine Röntgenaufnahme der Lunge durchgeführt.

Diese Untersuchung ist auch ohne Befund durchgeführt worden.

Anmerkungen 12.02.2006

Am 10.2.2006 waren 6 Jahre seit meiner Nephrektomie vergangen. Ich habe noch meine diesjährigen Nachsorgeuntersuchungen vor mir. Welches Ergebnis diese auch immer zeigen mögen, mir wurden 6 Jahre geschenkt.

Anmerkungen 23.06.2006

Am 29.03.2006 war dann noch die radiologische Untersuchung (CT und Röntgen). Auch dieser Untersuchungsbefund war negativ. Insgesamt habe ich jetzt schon 6 zusätzliche Jahre geschenkt erhalten. Was will man mehr?

Anmerkungen 28.09.2006

"Was will man mehr?" habe ich im vorigen Abschnitt gefragt. Nun, wie wär es mit einem Bauchwandbruch? Ich habe einen...Am 29.9.2006 sind die Voruntersuchungen, die für die Operation benötigt werden. Der Operationstermin ist dann am 2.10.2006. Auch wenn es eine Routine-Operation ist, bin ich schon etwas beunruhigt, weil jede Operation ein grundsätzliches Risiko darstellt.

Was hat jetzt die Operation der Hernie (so nennt man einen Bauchwandbruch) mit meiner Krebsoperation zu tun? Als mir die rechte Niere entfernt wurde, wurde als Operationsschnitt ein Schnitt von der linken Körperseite bis zur rechten Seite ausgeführt - ich wurde gewissermaßen halbiert. So ein Schnitt durchtrennt auch die Nerven, die die Bauchmuskulatur steuern. Eine Folge einer solchen Operation kann somit sein, daß die Bauchmuskulatur erschlaffen kann, wenn die Nerven nicht genau zusammen wachsen. Das Zusammenwachsen der Nerven ist aber bei so einem Schnitt nicht zu gewährleisten. Also ist der Bauchwandbruch mit hoher Sicherheit eine Folge der Nephrektomie.

Da die Risiken eines nicht behobenen Bauchwandbruchs recht hoch sind (z.B. Darmverschluß mit den entsprechenden Folgen) werde ich mich operieren lassen. Nach der Operation wird es hier hoffentlich weitere Informationen geben.

Im Operationssaal