© &  Letzte Änderung: Klaus-Peter Köstner / 02.02.2006 20:21:43 

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Schokoladenmuseum

"Brown Sugar" ("Sticky Fingers", Rolling Stones)


Ein Besuch im Schokoladenmuseum in Köln

Am 4.2.2001 habe ich mit meiner Frau und meiner Tochter das Schokoladenmuseum in Köln besucht.

Die Anfahrt erfolgte mit dem Auto. Wir haben zum Glück direkt gegenüber dem Museum auf dem Parkstreifen einen Parkplatz ergattert.

Das Museum

Wenn man sich das Museum von außen ansieht, hat man den Eindruck, ein steinernes Schiff erhebe sich vor einem. Nach Eintritt durch die Drehtür steht man in der Eingangshalle, in der sich der Museumsshop, die Garderobe, ein Selbstbedienungsrestaurant und die Kassen befinden.

Der Wechselausstellungsbereich

Nach Bezahlung des Eintrittpreises darf man in den Museumsbereich gehen. Hinter den Kassen kommt man durch eine längliche verglaste Halle, in der zeitlich begrenzte Austellungen zu betrachten sind. Bei unserem Besuch war eine Ausstellung zum Thema Hochwasserschutz zu sehen. Dieses Thema ist in Köln im Rhein ja nicht ganz abwegig.

Der erste Bereich: Der Kakao und seine Produkte

Dieser Bereich besteht aus vier Räumen.

1. Raum (EG)

Im ersten Raum im Erdgeschoß hinter der Sonderausstellung wird einem gezeigt, wo die Anbaugebiete des Kakaos zu finden sind. Es gib ca. 20 Arten Theobroma. Die bedeutendste Art ist die Kakaopflanze Theobroma Cacao (=Götterspeise). Sie stammt aus den Regenwäldern Südamerikas entlang des Amazonas und Orinoko. Sie gedeiht nur in einem Gebiet, das dem Äquator nahe liegt. Die Luftfeuchtigkeit muß sehr hoch sein die Temperatur muß zwischen 20 und 28 Grad Celsius liegen. In diesem Raum ist noch zu besseren Anschaulichkeit ein Globus aufgestellt. Bereits hier schmeichelt sich ein stetiger Schokoladenduft in die Nase.

Tropenraum (EG)

Zwischen dem 1. und dem 2. Raum liegt seitlich der Tropenraum. Der Zugang erfolgt vom ersten Raum aus über eine zweitürige Klimaschleuse. Im Tropenraum selbst herrschen klimatische Bedingungen wie in den Herkunftgebieten der Kakaopflanze. Es befinden hier sich aber außer Kakaopflanzen auch noch andere tropische Pflanzen wie z.B. Bananenstauden, die gerne zusammen mit Kakaopflanzen angebaut werden. Den Raum verläßt man wieder über eine weitere zeitürige Klimaschleuse und gelangt in den zweiten Raum.

Es folgt ein Bild eines Kakaobaumes mit einer Kakaofrucht. (Diese ist allerdings im Museum mit Draht an der Pflanze befestigt!)
Kakaopflanze

2. Raum (EG)

Im zweiten Raum wird der Anbau des Kakaos dargestellt. Die Kakaopflanze trägt das ganze Jahr über zur gleichen Zeit Knospen, Blüten und Früchte. Die Ernte kann deshalb ganzjährig erfolgen. Die Haupterntezeit ist allerdings in der Zeit von März bis Oktober. Die Kakaopflanze verträgt keine direkte Sonne. Sie wird deshalb durch hochwachsende Pflanzen, wie Palmen, vor der direkten Sonneneinstrahlung geschützt.

3. Raum (EG)

Im dritten Raum befindet sich die Schoko-Schule, die allerdings nur im Rahmen einer Führung betreten werden kann.

Im gleichen Raum befinden sich auch noch Vitrinen mit Kakaofrüchten, Kakaobohnen und Kakaoprodukten.

In einem Nebenraum, der meiner Meinung nach noch zum 3. Raum gehört, werden verschiedene Labor-Apparaturen gezeigt (Destillierkolben, Rotationsverdampfer, Waagen, Kolben, Trichter und Gefäße). Diese Geräte wurde für die Qualitätskontrolle und auch für eine "sanitätspolizeiliche Untersuchung" verwendet. Ferner gibt es eine Erläuterung der Zusammensetzung der verschiedenen Schokoladensorten (Vollmilch-, Herb- bzw. Bitter-, und Weiße Schokolade). Außerdem gibt es in diesem Raum noch ein Diagram, das den Herstellungsweg von Rohkakao über Kakaomasse zu den Endprodukten Kakaopulver, Kakaobutter und Schokoladenmasse zeigt.

4. Raum (EG)

Im vierten Raum befindet sich eine Ausstellung über die industrielle Kakaoverarbeitung. Hier sind als Exponate Maschinen und auch Fotos von Maschinen zu sehen. Gezeigt werden

Der zweite Bereich: Die Schokoladenherstellung und der Schokoladenbrunnen (EG und 1. Stock)

Dieser Bereich erstreckt sich über zwei Ebenen. Im Erdgeschoß ist eine kleine funktionstüchtige Produktionsanlage mit dem kompletten Herstellungsprozeß für Schokolade aufgebaut. Außerdem befinden sich auf dieser Ebene eine Verpackungsalange für Napolitans und eine Temperieranlage.

Die leeren Formen für die Napolitains auf dem Weg zur Befüllung
Produktionsanlage Napolitains 4
Hier werden die Formen gekühlt:
Bild 03
Die befüllten und abgekühlten Formen auf dem Weg zur Verpackung
Produktionsanlage Napolitains 1
Der Industrie-Roboter transportiert die Napolitains auf das Laufband der Verpackungsanlage.
Bild 05
Produktionsanlage Napolitains 3
Die Napolitains werden in eine Einzelverpackung eingeschlagen und in Tüten abgefüllt.
Produktionsanlage Napolitains 2

Der Clou des gesamten Museums ist aber im Erdgeschoss hinter der Produktionsanlage zu bestaunen: Der Schokoladenbrunnen. (Meine Tochter hat sich mehrmals angestellt um jeweils eine Waffel mit Schokolade zu erhalten.)

Schokoladenbrunnen

Im ersten Stock befnden sich Herstellungsanlagen für Schokotrüffel und für Hohlfiguren und mehrere Drageekessel. Ferner sind auch nicht historische Maschinen und Formen ausgestellt. Auf dieser Ebene ist eine Verkaufstheke für Pralinen zu finden. Hier kann man eventuell auch gerade gefertigte Hohlfiguren bewundern.
Schokoladenhohlfigur

Der dritte Bereich: Die Geschichte des Kakaos und der Schokolade (2. Stock)

Wenn man aus dem Produktionsbereich über die Treppen nach oben geht, gelangt man in den dritten Bereich des Museums. Hier ist eine Ausstellung zu finden, die sich mit der Geschichte der klassischen Kakao-Anbauländer in Mittelamerika beschäftigt.

Als erstes sieht man eine Pyramide aus Kakaobohnen. Auf dieser Pyramide thront eine Skulptur der Olmeken.
Skulptur der Olmeken

Es werden Exponate der Maya, der Azteken und der Olmeken gezeigt. Die Olmeken, die ihre Blütezeit von 1200 bis 400 vor Christus hatten, haben unter anderem sehr realistische Figuren von Menschen hinterlassen. Sie stellen die älteste bekannte Hochkultur Lateinamerikas dar. Die Maya hatten ihre Blütezeit zwischen 300 und 900 nach Christus. Ihre Kultur gilt als die am höchsten entwickelte der Indianischen Völker. Die Azteken hatten ihre Blütezeit zwischen 900 nach Christus bis zur Ankunft der Spanier im 16. Jahrhundert. Da laut Prophezeiung die Ankunft weißer Götter aus dem Westen erwartet wurde, hatten die Spanier leichtes Spiel bei der Unterwerfung der Azteken. Im Laufe der Christianisierung wurde sehr viele Zeugnisse der indianischen Kulturen vernichtet. So ist es in Europa im Allgemeinen unbekannt, daß die Azteken auch schon Bücher herstellten. Ein Faksimile eines aztekischen Buches ist ebenfalls ausgestellt.

Faksimile des "Madrider Codex Tro-Cortesianus auf Ficusbastpapier"
Faksimile des Madrider Codex Tro-Cortesianus auf Ficusbastpapier Faksimile des Madrider Codex Tro-Cortesianus auf Ficusbastpapier

Es sind auch einige Exponate der Ureinwohner zu sehen, die für die Kakaogewinnung benötigt wurden. Als Beispiel ist ein Metate (Reibstein) mit Metlapilli (Walze) im folgenden Foto zu sehen.
Metate (Reibstein) mit Metlapilli (Walze)

Es folgt noch ein Rezept für Rinderragout mit Schokolade, sowie eine weitere Erläuterung zu den Maya, die nicht ausgestorben sind sondern immer noch existieren. Sie werden allerdings heutzutage als Indios bezeichnet, was sie selbst als Beleidigung empfinden.

Der vierte Bereich: Die Gefäße zum Genuß von Kakaos und Schokolade (2. Stock)

An die Ausstellung über die indianischen Kulturen schließt sich der Bereich an, in dem historisches Kakaogschirr ausgestellt ist (in Porzellan und Silber). Hier sind verschiedenste Gefäße zu betrachten, unter anderem auch welche aus der Prozellanmanufaktur in Meissen. Anschließend ist noch ein historischer Kolonialwarenladen zu sehen, in dem früher Kakao und Schokolade verkauft wurden. In diesem Teil des Museums ist auch der obere Durchgang durch das Tropenhaus. Wieder muß man das Tropenhaus durch eine zweitürige Klimaschleuse betreten. Von hier oben hat man dann den Blick auf die Tropenpflanzen. Dieser obere Gang durchs Tropenhaus kann wieder nur durch eine zweite zweitürige Klimaschleuse verlassen werden. Man steht dann wieder vor dem Rezept für Rinderragout mit Schokolade.

Der fünfte Bereich: Schokolade in der Medizin und in der Erotik (3. Stock)

Über einen Wendeltreppe gelangt man in den 3. Stock. Hier wird eine Ausstellung zum Thema Schokolade in der Medizin und der Erotik gezeigt. Ferner wird erläutert, daß Kakao auch als Rauschmittel Verwendung finden kann, da Kakao in geringen Mengen Stoffe enthält, die als Stimmungsaufheller gelten. Außerdem kann man sich einem Schoko-Quiz unterziehen, das auf humorvolle Weise die persönliche Abhängigkeit von Schokolade aufzeigt. (Meine Punktzahl ist 49, ab 50 Punkte gilt man als "schokoladensüchtig".)

Der sechste Bereich: Die Geschichte der Firma Imhoff

Danach gelangt man noch in einen Bereich mit Exponaten zur Historie der Firma Imhoff, sowie einigen Schokoladenautomaten und historischen Werbeschildern.

Ein Hexenhäuschen:
Schokoladenautomat Hexenhäuschen
Ein Trompeter-Automat:
Schokoladenautomat Trompeter-Automat
Ein Automat mit Katzen:
Schokoladenautomat
Ein Automat mit Zwergen:
Schokoladenautomat

Das Ende des Besuchs

Nachdem wir alles gesehen hatten, haben wir den Ausstellungsbereich bei den Kassen im Erdgeschoß wieder verlassen. Jetzt folgte noch der wichtigste Teil:

Der Besuch des Museumsshops

Im Museumsshop haben wir noch verschiedene Produkte, komischerweise fast alles aus oder mit Schokolade, gekauft. Das beliebteste Produkt sind aber die im Museum produzierten Napolitans. Irgendwie fühlt man sich, wenn man sie zu Hause genießt, als wäre man wieder im Museum.

Der Ausgang

Nachdem wir wieder unsere Garderobe abgeholt hatten, haben wir das Museum und anschließend auch Köln wieder verlassen. Aber wir wußten: "Heute ist nicht aller Tage, ich komme wieder, keine Frage!" (© Paulchen Panter)

Ein weiterer Besuch

Der letzte Besuch im Schokoladenmuseum war im 7.8.2005. Von diesem Besuch stammen auch die neueren Bilder.