© &  Letzte Änderung: Klaus-Peter Köstner / 29.01.2006 17:15:12 

| Start | Familie | Freizeit | Politik | IT / EDV | News | Impressum |

Bundeskunsthalle: Die Thraker

"You're the gold at the end of my rainbow" ("Modern Music", Be-Bop Deluxe)


Das goldene Reich des Orpheus

In der Bundeskunsthalle in Bonn finden immer wieder zu Teil sehr interessante Ausstellungen statt. In der Zeit vom 23.07. bis zum 28.11.2004 wurde die Ausstellung "Das Gold der Thraker" gezeigt. (Zum Entstehungszeitpunkt dieses Textes ist die Ausstellung noch zu sehen!)

Die Ausstellung

Am 9.10.2004 habe ich gemeinsam mit meiner Familie die Ausstellung besucht. Nach Erwerb der Eintrittskarte kann auch noch eine Audioführung gegen Leihentgelt sowie Pfand für das Audiogerät ausgeliehen werden. Bei bestimmten Ausstellungspunkten gibt es dann einen zugehörigen Audiokommentar.

Der Eingangsbereich

Im Eingangsbereich erfährt man erst einmal, wer die Thraker waren, sowie wo und wann sie gelebt haben. Die Thraker waren ein Volk, daß nördlich von Griechenland im Gebiet des heutigen Bulgarien in der Nähe der Donau gesiedelt hat. Genau genommen handelt es sich um eine Ansammlung von Völkern bzw. Volksstämmen, aus denen das Volk der Thraker entstanden ist.

Ferner ist im Eingansbereich ein Panoramafoto eines Jagdfrieses aus der Kuppel der Hauptkammer von Aleksandrovo zu sehen. Diese Kammer war vermutlich eine Kultstätte.

Die Exponate

Es werden Exponate gezeigt, die aus Ausgrabungen von bis zu über 8000 Jahren alten Siedlungen stammen. Bereits in der ausgehenden Jungsteinzeit gab es im heutigen Bulgarien Siedlungen, die vermuten lassen, daß es eine kulturelle Entwicklung parallel zu der Entwicklung in Kleinasien und im nahen Osten gab. Diese Siedlungen können noch nicht als thrakische angesehen werden. Aus dieser Epoche stammt auch eine Figur eines sitzenden Denkers, die meiner Tochter besonders gut gefallen hat.

Die Thraker selbst erschienen am Ende der Bronzezeit auf der historischen Bühne. Sie werden u.a. von Homer als mächtige Verbündete Trojas bezeichnet. Auch eine heute noch bekannte Gestalt war vermutlich entweder ein thrakischer Herrscher oder eine Götterfigur: Orpheus, dessen Gesang sogar wilde Tiere besänftigte.

In der Ausstellung werden sehr viele Tonexponate gezeigt, die einerseits Kultgegenstände sein könnten, andererseits aber auch Gebrauchsgegenstände waren. Bei manchen kleinen Tonfiguren, die eine Kultszene nachstellen, kommt dem Betrachter sogar die Frage in den Sinn, ob es sich nicht auch um Spiel- oder Lehrmaterial handeln könnte. Dieser Frage wurde anscheinend noch nicht wissenschaftlich nachgegangen.

Es werden dem Ausstellungstitel entsprechend auch sehr viele Schmuckstücke und Kultgegenstände aus Gold aber auch aus Silber sowie Bronze gezeigt. In der Zeitschrift Vernissage und auch im Ausstellungskatalog kann man genaueres hierzu lesen.

Auf eine Besonderheit möchte ich in diesem Bericht auch noch eingehen. Es handelt sich um die Kopfbedeckung der Thraker. Die Thrakischen Helme haben üblicherweise eine Spitze, die sich nach vorne beugt und die auch etwas gerundet ist. Diese soll aus der Tradition der phrygischen Mütze stammen, die in Ihrer Spitze einen Stierhoden eingenäht hatte, der dem Träger die Kraft eines Stires geben sollte. Das Motiv dieser Mütze bzw. des Helmes wiederholte sich später in der Jakobinermütze während der französischen Revolution und heute ganz profan auch in der Mütze der Zwerge und der Schlümpfe, bei den letzteren besonders deutlich!