© & Letzte Änderung: Klaus-Peter Köstner / 29.01.2006 17:15:15
"Walk like an Egyptian" ("Walk like an Egyptian", The Bangles)
Wie schon im Bericht über die Thraker erwähnt, gibt es teilweise sehr interessante Ausstellungen in der Bundeskunsthalle in Bonn. In der Zeit vom 4.11.2004 bis zum 1.5.2005 ist eine Austellung über das alte Ägypten zu sehen. (Zum Entstehungszeitpunkt dieses Textes ist die Ausstellung noch zu sehen!)
Am 6.2.2005 habe ich gemeinsam mit meiner Familie die Ausstellung besucht. Nach Erwerb der Eintrittskarte kann auch noch eine Audioführung gegen Leihentgelt sowie Pfand für das Audiogerät ausgeliehen werden. Bei bestimmten Ausstellungspunkten gibt es dann einen zugehörigen Audiokommentar.
Die Exponate der Austellung umfassen Gegenstände, die bei Ausgrabungen im Tal der Könige gefunden wurden. Die Exponate stammen aus der Zeit der 18. Dynastie (1550-1292 v. Chr.).
Die Ausstellung ist als Rundgang gestaltet. Zu besonderen Exponaten sowie auch zu den an den Wänden angebrachten Schautafeln bzw. Bildern gibt es den zusätzlichen Audiokommentar.
| Exponat | Zeit / Fundort | Material | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Geflügelte Schlangengöttin | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' II Tal der Könige, Grab Amenophis' II |
Holz, bemalt | Diese wohl weibliche, beschützende Schlangengottheit wird im Zusammenhang mit dem Aufstieg des Verstorbenen ins Jenseits gedeutet. Die Flügel verweisen, wie auch bei anderen weiblichen Gottheiten, auf eine beschützende Funktion. |
| Modell einer geöffneten Papyrusrolle | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' II Tal der Könige, Grab Amenophis' II |
Fayence | Im Grab Amenophis' II. wurden 36 Modelle von partiell geöffneten Papyrusrollen gefunden, die alle mit der Titulatur und dem Namen des Königs beschriftet sind. Papyrus steht hier neben dem Verweis auf Schriftkundigkeit vor allem für das Vortragen der wichtigen Ritualsprüche bei verschiedenen Priesterhandlungen. |
| Modelle von Früchten und Blüten: a. Granatapfel, b. Frucht, c. Lotosknospe, d. Lotosknospe (?) | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' II Tal der Könige, Grab Amenophis' II |
Fayence | Mit verschiedenen Früchten und Blüten, vor allem Lotos, verbinden sich stark lebensspendende und regenerierende Kräfte, durch die der Verstorbene neuen Lebensatem erhält. |
| Leopard von einer Königsstatuette Amenophis' II. | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' II Tal der Könige, Grab Amenophis' II |
Holz, mit Bitumen geschwärzt | Der Leopard, mit seinen Zapfen und Löchern als Träger einer Statuettte, hier wohl Amenophis II., ist als königliche Schutzmacht bekannt und begleitet den König ins Jenseits. Als Gottheit ist das Tier wohl mit Macht gleichzusetzen. |
| Statuette einer löwenköpfigen Gottheit | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' II Tal der Könige, Grab Amenophis' II |
Holz, mit Bitumen geschwärzt | Diese Gottheit sollte möglicherweise den Verstorbenen auf der nächtlichen Fahrt durch die Unterwelt begleiten. Dabei verweist die Mumiengestalt eindeutig auf einen jenseitigen Aspekt der Göttin. |
| Grabstatue Amenophis' II. | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' II Tal der Könige, Grab Amenophis' II |
Holz, mit Bitumen geschwärzt | Die Ähnlichkeit der Ausführung zu zwei im Grab des Tutanchamun gefundenen Statuen legt die Interpretation als Wächterfigur nahe. Die aus kostbaren Materialien gefertigte Uräus-Schlange und die eingelegten Augen wurden wohl durch Grabräuber entwendet. |
| Modellschiff Amenophis' II. | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' II Tal der Könige, Grab Amenophis' II |
Holz, bemalt | Dieses Modell eines königlichen Reiseschiffess, eines von drei vollständigen aus dem Grab Amenophis' II., wurde wohl für religiöse Prozessionen in Zusammenhang mit dem Begräbnis des Königs genutzt. Seine Dekoration wird eine übelabwehrende Bedeutung gehabt haben. Neben dem Bild des Königs als Sphinx und des Krieggottes Month (Falkenkopf) findet man auch die Götting Maat sowie das Udjat-Auge als Schutzsymbol. Die Bilder am Bug zeigen u.a. die Götter Amun (Widder) und Horus-Behedeti (stehende Falken); auch sie wehren die Feinde Sonnengottes ab, als dessen Verkörperung der König gilt. |
| Djed-Pfeiler | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' II Tal der Könige, Grab Amenophis' II |
Holz, bemalt | Fast 40 großformatige Djed-Pfeiler wurden im Grab von Amenophis II. gefunden. Als Hyroglyphe wird dieses Zeichen für das Wort Dauer oder Beständigkeit genutzt. Zusammen mit dem Anch-Zeichen für Leben und dem Was-Zepter für Macht, gehört es zu den Heil und Schutz bringenden Zeichen. Der Djed-Pfeiler ist das Abbild eines seit der Frühzeit belegten Fetisch, der vielleicht einen mit Pflanzen umwickelten Pfahl darstellt. Als Symbol wird er mit dem Totengott Osiris in Verbindung gebracht und später oft als dessen Rückgrat gedeutet. |
| Uschebti Amenophis' II. | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' II Tal der Könige, Grab Amenophis' II |
Serpentinit | Totenfiguren, sogenannte Uschebti, gehörten seit dem mittleren Reich zur Grabausstattung von Privatpersonen. Ab der frühen 18. Dynastie lassen sie sich auch in königlichen Gräbern nachweisen und im Grab von Amenophis II. tauchen sie erstmals in größeren Mengen auf. |
| Exponat | Zeit / Fundort | Material | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Thutmosis IV. mit seiner Mutter Tiaa | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' II Tal der Könige, Grab Thutmosis' IV |
Schwarzer Granit | Laut der alten ägyptischen Ideologie wurde der König durch die Vereinigung des Gottes Amun mit der irdischen Mutter geboren. Deshalb ist hier Thutmosis IV. mit dem Anch-Zeichen in seiner rechten Hand mit seiner Mutter dargestellt. Die Inschriften am linken und rechten Rand des Throns geben Titel und Namen des königlichen Paares wieder. |
| Modell eines Wurfholzes | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' II Tal der Könige, Grab Thutmosis' IV |
Fayence | Im Grab von Thutmosis IV. fand man 19 Wurfhölzer; sie sollten dem Verstorbenen die Vogeljagd als Sport und kultisches Spiel ermöglichen und als Waffe gegen gefährliche Wesen im Jenseits dienen. |
| Modell einer geschlossenen Papyrusrolle | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' II Tal der Könige, Grab Thutmosis' IV |
Fayence | Im Rahmen des Rituals der Mundöffnung (um die Sinnesorgane im Jenseits wieder funktionstüchtig zu machen) als auch bei anderen Bestattungszeremonien wurden wichtige Ritualtexte von Priestern rezitiert. Modelle wie diese sollen die religiösen Sprüche für den Toten jederzeit abrufbar halten und die Ausführung des Rituals dauerhaft garantieren. |
| Nemset-Gefäß | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' II Tal der Könige, Grab Thutmosis' IV |
Fayence | Gefäße dieser Art wurden im Ritual für Wasserspenden und Reinigungsgüsse verwendet, als Beigabe garantieren sie dem König dauerhafte Reinigung und auch Trinkwasser. Bereits die ältesten königlichen Totentexte aus dem Alten Reich verweisen auf die Bedeutung dieser Gefäße als wichtige Ritualgegenständen für den Verstorbenen. |
| Anch-Zeichen | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' II Tal der Könige, Grab Thutmosis' IV |
Fayence | In den Königsgräbern der 18. Dynastie sind (Schein)-gefäße dieser Art sehr zahlreich. Sowohl das Anch, die hieroglyphische Schreibung für Leben, als auch das Wasser als Träger des LEbens und die blaue Fayence, der regenerative Eigenschaften zugeschrieben werden, geben diesen Gegenständen einen symbolischen Wert und lassen ihr zahlreiches Erscheinen erklären. |
| Magischer Ziegel Thutmosis' IV. | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' II Tal der Könige, Grab Thutmosis' IV |
Holz, bemalt, getrockneter Lehm | Seit dem frühen Reich gehören die sogenannten Magischen Ziegel zum Grabinventar. In zugemauerten oder offenen Nischen schützen sie den Verstorbenen vor Gefahren aus allen vier Himmelrichtungen. Vier verschiedene Figuren sind jeweils auf einem Ziegel angebracht: der Djed-Pfeiler für den Westen, der ANubis-Schakal für den Osten, derUschebti für den Norden und die Fackel-Form für den Süden. |
| Uschebti Thutmosis' IV. | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' II Tal der Könige, Grab Thutmosis' IV |
Fayence | Die Inschrift besagt: "Der vollkommene Gott, Herr der beiden Länder, Mencheperure, gerechtfertigt, geliebt von Osiris." |
| Exponat | Zeit / Fundort | Material | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Amenophis III. als Stabträger | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' III, Karnak. Tempel des Amun | Gebrannter Steatit, ursprünglich grün glasiert | Der Rückenpfeiler hat die Form eines Obelisken, auf dessen Spitze eine Kartusche des Königs angebracht war. An dieser Stelle bringt sie die täglich (durch Re) stattfindende Verjüngung des Königs und sein sonnenhaftes Wesen zum Ausdruck. Die Inschrift lautet: "Vollkommener Gott, Herr beider Länder Nebmaatre, Sohn des Re Amenophis, Herrscher von Theben. Amun, der Herr der Throne beider Länder in (Karnak)." Der König erscheint im Aufwendigen Ornat mit Nemes-Kopftuch, der Doppelkrone für Ober- und Unterägypten sowie einem kostbaren Schurzgehänge. |
| Köpfchen der Königin Teje | Sinai, Serabit el Khadim | Dunkelgrüner Serpentinit | Dargestellt ist Teje, Tochter von Juja und Tuja, Gemahlin von Amenophis III. und Mutter Echnatons, wie die Kartusche in der Mitte ihrer Kopfbedeckung belegt. Die herabgezogenen Mundwinkel - Metaphern für Verantwortung und Weisheit - sind typisch für die Altersbildnisse, die unter Amenophis III. eine Renaissance erfuhren. |
| Salblöffel in Gestalt einer Schwimmerin | Herkunft unbekannt | Holz, teilweise vergoldet und bemalt | Bei diesem Löffel handelt es sich um einen Toilettengegenstand zur Aufnahme von kostbaren Salbölen. Vermutlich hielt die Schwimmerin eine Schale in Form einer Ente in der Hand. Die spärliche Bekleidung und das Motiv der Schwimmerin geben dem Objekt eine erotische Bedeutung; Bilder, die auch in der Liebeslyrik dieser Zeit Verwendung finden. |
| Exponat | Zeit / Fundort | Material | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Eingeweidekrüge der Tuja | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' III Tal der Könige, Grab von Juja und Tuja |
Kartonage, vergoldet | Diese Gefäße dienten der Aufnahme bestimmter Organe (z.B. Leber und Lunge), die dem Leichnam bei der Einbalsamierung entnommen wurden. Tujas Kanopenkrüge waren in einem Schrein untergebracht; Deckel und Krug stammen von zwei verschiedenen Gefäßen. Die Eingeweide wurden balsamiert und zu "Päckchen" gewickelt und wie der ganze Körper mit einer Kartonagenkaske geschützt. |
| Kanopenkasten der Tuja | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' III Tal der Könige, Grab von Juja und Tuja |
Holz mit Bitumen geschwärzt, teilweise stuckiert und vergoldet | Kanopen-(eingeweide-)kästen sind seit der 4. Dynastie bekannt. Sie dienen der Aufnahme jener vier Gefäße, in denen sich die Organe des Leichnams befinden. Die Zhal vier steht für die vier Himmelsrichtungen. Form und Dekoration entsprechen dem großen Kastensarg der Tuja, an dessen Fußende er gebunden wurde. Auf den Seiten sind die vier Horussöhne - die Schutzgötter der Eingeweide - Amset, Hapi, Duamutef und Qebehsenuef dargestellt; auf der Vorder- und Rückseiteseite die vier Göttinen Isis, Nephtys, Neith und Selkis. |
| Sarg der Tuja | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' III Tal der Könige, Grab von Juja und Tuja |
Holz, stuckiert und vergoldet | Im Grab von Juja und Tuja wurden drei mumiengestaltige Särge von Juja und zwei von Tuja gefunden; jeweils ineinander geschachtelt lagen sie in einem kastenförmigen Holzsarg. Unter dem prächtigen Halskragen der Tuja ist die Himmelsgöttin Nut dargestellt, die mit den ausgebreiteten Flügelarmen Schutz spenden und Lebensluft zufächeln soll. In den beiden Zeilen unter ihr werden die Götten Nut und Sokar angerufen, die "Herrin des Hauses Tuja" zu schützen: Sokar reinigte die Tote und sollte ihre Glieder vereinen, Nut öffnete für die Verstorbene die Tore des Himmels. Weitere Hieroglyphen und die anderen dargestellten Götter dienen dem Schutz der Verstorbenen und sorgen für ihre Regeneration im Jenseits. |
| Maske der Tuja | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' III Tal der Könige, Grab von Juja und Tuja |
Kartonage, vergoldet | Bereits im frühen Mittleren Reich wurden der Kopf der Mumie von hochgestellten Persönlichkeiten mit Totenmasken bedeckt, da Augen, Mund und Nase im Jenseits besonderer Schutz galt. Die sogennanten Kartonagemasken bestehen aus mit Stuck verstärkten LEinen und sind oft polychrom bemalt oder vergoldet, auch Einlagen aus Glas und Schmucksteinen erhöhten den Wert. Nur pure Goldmasken, wie die des Tutenchamun sind wertvoller. Die Maske der Tuja ist eine der schönsten und war mit einem feinen Tuch bedeckt (wie auch die von Tutanchamun), wovon sich Reste im Laufe der Jahrtausende fest mit der Maske verbunden haben. |
| Uschebti der Tuja | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' III Tal der Könige, Grab von Juja und Tuja |
Holz, stuckiert und vergoldet | k. T. |
| Uschebti des Juja | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' III Tal der Könige, Grab von Juja und Tuja |
Kupferblech über Holzkern, teilweise vergoldet | k. T. |
| Exponat | Zeit / Fundort | Material | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Uschebti Echnatons | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' IV (Echnatons) Arnana, "Royal Wadi" |
Silifizierter Sandstein | Eigentlich schien in der diesseits ortientierten Arnanareligion für die vorherigen Jenseitsvorstellungen und Gebräuche kaum Platz zu sein. Jedoch zeugen die Funde von königlichen Uschebti davon, das auch neben der neuen Aton-Religion einige alte religiöse Traditionen beibehalten wurden. |
| Kopf der Nofretete | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' IV (Echnatons) Memphis |
Brauner silifizierte Sandstein | Das Bildnis weist eine stilistische Ähnlichkeit mit den Köpfen auf, die man im Bildhausatelier des Thutmose in Arnana - dem Sitz des Königshauses von Echnaton und Nofretete - gefunden hat und obwohl es in Memphis nahe dem heutigen Kairo gefunden wurde, kann aus stilistischen Gründen der Kopf zweifelsfrei als Nofretete interpretiert werden. |
| Kopf einer Prinzessin | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' IV (Echnatons) Arnana, Werkstat des Thutmose |
Brauner silizierter Sandstein | Dieses eigenwillige Portrait zeigt eine der sechs Töchter des Echnaton; eine genaue Zuschreibung kann jedoch nicht erfolgen. Die übertriebene Länge des Hinterkopfes entsprach nicht der Realität; eine Anomalie oder künstliche Deformation wird heute weitgehend ausgeschlossen. Diese Form dürfte wohl eher religiöse oder rein künstliche Gründe gehabt haben. |
| Kopf einer Kolossalstatue Amenophis' IV. | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' IV (Echnatons) Karnak, Tempel des Aton |
Sandstein | Bevor Amenophis IV. (später Echnaton) im 6. Regierungsjahr seine neue Residenz Achetaton ("Horizont des Aton") in Arnana errichtete, ließ er östlich vom großen Amuntempe in Karnak einen Atontempel errichten. Wie alle Zeugnisse aus der Arnanazeit wurde auch er nach dem Tod des Königs zerstört und nur Bruchstücke der kolossalen Statuen und Köpfe des Echnaton mit unterschiedlichen Kronen sind erhalten. Die Doppelfedern über dem Königskopftuch verweisen hier auf den Luftgott Schu. Die deutlich überzogenen Formen sind ein gutes Beispiel für das typisiert Schönheitsideal Echnatons zu religöser - und damit auch politischer - Propaganda. |
| Ballustrade mit Echnaton und seiner Familie | 18. Dynastie, Zeit Amenophis' IV (Echnatons) Arnana |
Kristalliner Kalkstein | Dieses Relief war Teil einer Ballustrade und stammt von einer Rampe, die zum mittleren Saal des großen Palastes in Arnana hinauf führte; die Oberkante mit den Kartuschen Echnatons und Nofretetes bildeten den Handlauf. Auf dem Relief ist Aton in seiner typischen Gestalt als Sonnenscheibe mit Strahlenarmen dargestellt. Aton hält das lebensspendende Anch-Zeichen sowohl Echnaton, der in der Mitte zu sehen ist, als auch Nofretete, die hinter ihm steht, an die Nase. Hinter beiden ist die älteste Tochter des Paares, Meritaton, abgebildet. Die Darstellung des Königs mit seiner Familie war notwendig, da nun der Pharao und seine Frau als Mittler zwischen dem Gott Aton und den Gläubigen auftraten. |
| Exponat | Zeit / Fundort | Material | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Statuette des Amun | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Karnak, Tempel des Amun |
Grauwacke | Amun bedeutet "der Verborgene" und der Gott konnte sowohl in Menschengestalt, als Widder oder auch - sehr selten - als Gans erscheinen. Er ist zwar Schöpfer und Weltherrscher, doch sein Wesen ist geheimnisvoll und sein Element ist der Wind. Die Gesichtszüge der Figur sind denen des Königporträts angeglichen. In der Zeit des Tutanchamun entstanden ganz besonders viele Bildnisse dieses Gottes, da sich der König nach der fast monotheistischen Arnanazeit stark für die Wiedereinsetzung des Amunkultes eingesetzt hat. |
| Tempelstatue des Tutanchamun | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Karnak, Tempel des Amun |
Grandiorit | Die Statue wurde - zusammen mit einer zweiten, fast identischen - in dem berühmten Statuenversteck im Tempel von Karnak, der sogenannten Cachette gefunden, in der Priester Statuen, die mit der Zeit den Tempel überbevölkerten, vergraben hatten. Sie zeigt den König in Beterhaltung und ist an mehreren Stellen beschriftet: der Name Tutanchamuns wurde überall gelöscht und mit dem Thron- und Geburtsnamen Haremhabs seinem Nachfolger, überschrieben; er tritt damit als Usurpator auf. |
| Amun mit Thutmosis I. und Königin Ahmes | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Karnak, Tempel des Amun |
Kalzit (ägyptischer Alabaster) | Die Statue, die den Gott Amun zusammen mit dem Pharao Thutmosis I. und dessen Gemahlin Ahmes zeigt, wurde unter Echnaton zerschlagen und mit der Regentschaft Tutanchamuns wieder um den fehlenden oberen Teil im Stil der eigenen Zeit ergänzt. |
| Reiseschiff | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Holz, stuckiert und bemalt | Im Grab Tutanchamuns befanden sich 35 Boote. Dieses Schiff bildet ein reales Nilschiff nach und soll dem König als Fortbewegungsmittel im Jenseits dienen. Idealerweise standen ihm zwei Boote zur Verfügung: ein Ruderboot für die Fahrt mit der Strömung nach Norden und ein mit Segeln ausgestattetes Boot (dank des ständigen Nordwindes) für die Fahrt nach Süden. |
| Papyrusboot | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Holz, stuckiert und bemalt | Das Papyrusboot sollte dem Verstorbenen im Jenseits die Jagd als Sport und kultisches Spiel ermöglichen. Die Boote dienten auch ideell für die Totenfahrt zur Nekropole oder zu heiligen Stätten. Der Verstorbene bewegt sich damit auch im jenseitigen 'Binsengefilde', einem mythologischen Ort, der sinnbildlich für die Fruchtbarkeit und das Weiterleben im Totenreich des Osiris steht. |
| Kleiner Statuenschrein | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Schrein: Holz, goldplattiert und blattvergoldet, Schlitten: silberplattiert, Riegel: Silber | Der Schrein stand in der Vorkammer des Königsgrabes und hat die traditionelle Form einer Ka- oder Per-wer-Kapelle. Den einzelnen reliefierten Szenen liegt ein Thema zugrunde: Der König und die Königin als Paar. Bei der Entdeckung des Grabes stand im Schrein ein Postament einer Statuette, bestehend aus einem vergoldeten Rückenpfeiler - mit kurzen Inschriften - und einer Holzbasis, auf der die 'Fußspuren' einer Statue zu sehen sind. Auch weitere Beigaben waren im Schrein aufbewahrt, diese stellen eine Verbindung zur Göttin Weret-hekau her, die als Schutzgöttin des Königtums angesehen wird. |
| Tutanchamun als König von Oberägypten | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Holz, stuckiert und vergoldet | Der König trägt die sogenannte 'Weiße Krone', die ihn als Herrscher über Oberägypten ausweist. In der Hand hält er nicht die üblichen Herrschaftsinsignien Krummstab und Geißel, sondern einen Hirtenstab und Dreschflegel, die vermutlich auf den Ursprung des ägyptischen Königtums verweisen. Auf der Basis wird der Thronname des "gerechtfertigten", d.h. des verstorbenen Königs genannt. Worauf die Form der Krone ursprünglich zurückgeführt werden kann, ist bis heute nicht bekannt. |
| Tutanchamun als König von Unterägypten | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Holz, stuckiert und vergoldet | Der König trägt die sogenannte 'Rote Krone', die ihn als Herrscher über Unterägypten ausweist. In der Hand hält er nicht die üblichen Herrschaftsinsignien Krummstab und Geißel, sondern einen Hirtenstab und Dreschflegel, die vermutlich auf den Ursprung des ägyptischen Königtums verweisen. Auf der Basis wird der Thronname des verstorbenen Königs genannt. Worauf die Form der Krone ursprünglich zurückgeführt werden kann, ist bis heute nicht bekannt. |
| Stab mit Königsfigur | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Silber (Stab mit Holzkern) | Zusammen mit einem Pendant aus Gold wurde dieser Stab zwischen den beiden äußeren Schreinen in der Sarkophagkammer gefunden. Beide Stäbe waren zusammen gebunden und mit einem Stück Leinen umwickelt. Das Material - Gold steht dabei für die Sonne und die zwölf Tagstunden, Silber für den Mond und die zwölf Nachtstunden - und der Deponierungsort bezeugen, dass sie für den König im Jenseits eine große Bedeutung haben. |
| Trompete mit Einsatz | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Trompete: Silber, Gold. Einsatz: Holz, stuckiert und bemalt | Über den Klang der Musik im Alten Ägypten weiß man auch heute nur sehr wenig, da keine Aufzeichnungen oder Noten erhalten sind. Erste Wanddarstellungen von Trompeten sind im Totentempel der Königin Hatschepsut (1473 - 1458 v. Chr.) zu finden. Die drei Götter Amun, Re-Harachte und Ptah, die auf diesem Instrument dargestellt sind, repräsentieren als Reichsgötter die Vielzahl des ägyptischen Pantheons. Das Einsatzstück aus Holz sollte das dünne Silberinstrument bei der Lagerung vor Beschädigungen schützen. |
| Bügelsistrum | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Holz und Kupfer, stuckiert und vergoldet | Sistren wurden in erster Linie als Rasselinstrumente bei religiösen Zeremonien im Umkreis der Göttin Hathor verwendet. Dort dienten sie unter anderem zur Besänftigung der Gottheit. |
| Krummstab mit nubischem Gefangenen | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Holz, stuckiert und vergoldet, Ebenholz, Fayence | Stöcke und Stäbe wurden in Ägypten von Anbeginn an als Rang-, Würde- und Autoritätszeichen betrachtet. Im Grab Tutanchamuns ist eine große Menge gefunden worden. Dieser Stab - im oberen Abschluss in Form eines gefesselten nubischen Fürsten - belegt die symbolische Macht des Königs, die fremdländische Feinde zu bezwingen und damit die göttliche Ordnung Ägyptens aufrecht zu erhalten. Der unter Abschluss in Form einer Papyrusdolde trägt eine Kartusche Tutanchamuns. |
| Büste des Tutanchamun | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Holz, stuckiert und bemalt | Die spezifische Form der Büste veranlasste Howard Carter, sie als "Mannequin" - als Büste für Gewänder oder Schmuck - zu bezeichnen. Allerdings fehlt ein fundierter Beleg für diese Funktion, da Kleidung in der Regel zusammengefaltet in Truhen aufbewahrt wurde. |
| Kinderthron mit Fußschemel | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Ebenholz, teilweise stuckiert und vergoldet, Elfenbein | Der aus kostbaren, importierten Hölzern gefertigte Stuhl ist auf seinen vergoldeten Seitenteilen mit Szenen aus der Wüste dekoriert. |
| Schein-Klappstuhl | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Holz, bemalt, Gold, Elfenbein | Dieser Scheinklappstuhl - er sieht wie ein Klappstuhl aus, kann aber nicht zusammengeklappt werden - ist so gestaltet, dass seine Sitzfläche eine Fellbespannung imitiert. |
| Kasten mit Tragstangen | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Holz, Ebenholz, Elfenbein, Blattgold, Kupferlegierungen, Farbpaste | Dieser Kasten mit Tragstangen ist das einzig erhaltene originale Exemplar eines Kastentypus, der seit dem Alten Reich aus Grabdarstellungen bekannt ist. Die unter dem Knauf eingeschnitzte Szene zeigt den Pharao beim Wein- und Rauchopfer vor dem Totengott Osiris. |
| Spielbrett | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Elfenbein | Im Grab Tutanchamuns fanden sich vier vollständige Brettspiele. Bis heute sind nur Grundprinzipien - meist Positionsspiele für zwei Personen - bekannt. Der Spieler konnte die Spielsteine seines Gegners behindern oder ihn gar 'schlagen'. Spätestens seit dem Neuen Reich fand das Spiel auch religiöse Interpretation: es wurde mit der Reise in die Unterwelt verglichen, bei der der Verstorbene unvorhersehbaren Zufälligkeiten oder Gefahren und Vorteilen begegnete. |
| Prunkschild | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Holz, stuckiert und vergoldet bzw. schwarz bemalt, mit Rindhaut hinterlegt | Im Grab, genauer in der Vorkammer, wurden mehrere Schilde, darunter drei weitere große gefunden. Dieses stellt den König mit der Doppelkrone von Ober- und Unterägypten dar, wie er als geflügelter Sphinx über zwei geschlagene nubische Fürsten schreitet. Die Inschrift belegt seine Rolle als Vernichter des Auslands und fremdländischer Fürsten. Dem König zur Seite stehen ein Fächer aus Straußenfedern und ein Falke mit ausgebreiteten Flügeln, der einen Schen-Ring in den Fängen hält. Eine geflügelte Sonnenscheibe schließt die Szene am oberen Rand ab. |
| Exponat | Zeit / Fundort | Material | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Krummstab und Geißel | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Krummstab: Kupferlegierung, Gold, Glas, Geißel: Holz, Gold, Karneol, Glas | Der Krummstab war schon aus vorgeschischtlicher Zeit als langer Hirtenstab bekannt. Schnell entwickelte er sich jedoch zu einem Würde- und Rangabzeichen des Königs. Die Geißel erscheint schon Ende des 3. Jt. v. Chr. in der ägyptischen Flachbildkunst, sie war von Anfang an ein Zeichen der Königswürde und ein ausschließlich königlich-göttliches Attribut. Die Vorlage zu ihrer Form mit den drei Schwingen ist nicht nachweisbar. Seit dem Alten Reich sind beide Herrschaftsinsignien fester Bestandteil königlicher Grabausstattungen. |
| Zeremonialkeule | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Holz, stuckiert und vergoldet | Zeremonialkeulen gehörten zum Ornat des Königs während bestimmter kultischer Anlässe, wie zum Beispiel dem Erneuerungsfest und sie gehörten zur idealen Ausrüstung einer königlichen Bestattung. Vor dem Eingang zur Sarkophagkammer trugen die sogenannten 'Wächterfiguren' vergoldete Keulen, die dieser im Grab gefundenen entsprechen. |
| Prunkfächer | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Holz, Goldblech | In den Haushalten hochrangiger Persönlichkeiten und natürlich in den königlichen Palästen waren langstielige Wedel mit großen Fächern sehr beliebt. Mit kostbaren, aus Nubien importierten Straußenfedern versehen, konnten die eigens dafür ausgebildeten Diener den Herrschaften kühle Luft zuwedeln. Insgesamt acht Fächer wurden im Grab Tutanchamuns gefunden, dieser zeigt auf der einen Seite eine Straußenjagd und auf der anderen Seite ihren erfolgreichen Ausgang. |
| Prunkdolch | 18. Dynastie, Zeit Tutanchamuns Tal der Könige, Grab Tutanchamuns |
Gold, Glas | Tutanchamun wurden als oberstem Kriegsherrn unter anderem zwei kostbare Dolche mit ins Grab gegeben. Dieses Meisterwerk ägyptischer Goldschmiedekunst fand man in einem schmalen Hüftgürtel. Die Technik der Granulation und einige der Motive wie das Spiralband-Muster oder die Lilienpalmette auf der Scheide sind ägäisch-syrischen Ursprungs, was jedoch angesichts des regen Austausches mit Kulturen des Vorderen Orientsund des Mittelmeerraumes nicht verwundert. Im Gegensatz dazu bildet die eine Seite der Scheidedie klassisch altägyptische Darstellung einer Wüstenjagd durch Tiere nach. |