© &  Letzte Änderung: Klaus-Peter Köstner / 24.06.2006 20:14:20 

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Industriemuseum Zeche Nachtigall

"No way to slow down" ("Locomotive Breath", Jethro Tull)


Besuch des Industriemuseums Zeche Nachtigall, Witten, 05.06.2006

Am 5.6.2006 habe ich mit meiner Frau die Zeche Nachtigall in Witten besucht. Schon die Anreise war sehr interessant. Wie es sich gehört, habe ich mir von einem Routenplaner die Route berechnen lassen und als Ausdruck mitgenommen. Als wir dann in der Nachtigallstraße angekommen sind war weit und breit keine Zeche zu sehen. Wir haben uns in der Gegend umgeschaut, aber die Gegend sah zwar schön aber doch mächtig anders aus, als wir es von unserer vorjährigen Bahnfahrt in Erinnerung hatten. Na ja, in meinem Alter - knapp über 30 bzw. fast 50 - können die Erinnerungen schon einmal durcheinander geraten, aber doch nicht so sehr! Ich habe mir dann noch einmal die Wegbeschreibung angesehen. Mir fiel es wie Schuppen aus den Haaren...Die Straße war richtig, nur der Ort war falsch: Wir haben in Bochum nach der Nachtigallstraße gesucht, die Zeche Nachtigall steht aber in Witten an der Nachtigalstraße!! Wir haben herzlich darüber gelacht und sind nach Witten gefahren.

Vom vorgelagert Parkplatz aus war es noch ein kurzer Fußweg - mein Vater hätte gesagt: "Nur 200 Meter", es waren aber eher 1000 Meter - bis zur Zeche Nachtigall.

Wir haben, da noch Plätze frei waren, nicht nur die Eintrittskarten gelöst sondern auch die Marken für eine Bergwerksführung.

Auf dem Gelände des WIM Zeche Nachtigall befindet sich das Besucherbergwerk NAchtigallstollen, eine rekonstruierte Kleinzeche "Eimerweise", ein Maschinenhaus mit einer Dampfmaschine zum Antrieb eines Förderkorbes, ein Rundofen einer ehemalige Ziegelei sowie ein rekonstruierter Segelkahn für den Kohletransport.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs hat man sich darauf besonnen, daß in relativ geringer Entfernung zur Erdoberfläche immer noch genug Kohlevorkommen vorhanden waren. Diese Kohlevorkommen wurden von Kleinzechen gefördert. Wie dies geschah, kann man anhand der rekonstrueirten Kleinzeche "Eimerweise" nachempfinden.

Zeche Eimerweise mit LKW von vorn

Zeche Eimerweise mit LKW von vorn

Zeche EImerweise mit LKW von der Seite

Zeche Eimerweise mit LKW von der Seite

Die nächste Station war der Besucherstollen.

Das folgende Bild zeigt den Eingang zum Besucherstollen

Eingang Nachtigallstollen

Das nächste Bild zeigt Cornelia mit Helm

Cornelia mit Helm, bereit für den Stollen!

Im Besucherstollen, den wir nur mit einem Schutzhelm betreten durften, wurden uns die unterschiedlichen Abstützungsarten (Deutscher Türstock, Polnischer Tüstock) gezeigt und erklärt. Ferner konnten wir auch sehen wie die Arbeitsumstände der Bergleute früher waren, genauer gesagt wir konnten miterleben, wie wenig man damals sehen konnte. Die Dunkelheit habe ich aber nicht fotografiert. ;-)

So zieht es vor Ort am Flöz aus. Die Beleuchtung war ausgeschaltet.

Vor Ort, mit wenig Licht

Nach Einschalten der modernen Beleuchtung sieht man schon mehr. Die Bergleute haben die Kohle im Liegen aus dem Berg gehauen. Sie mußten trotz geringer Beleuchtung darauf achten, daß der Kohlegehalt auch hoch genug war, sonst wurde der Ertrag nicht anerkannt!

Vor Ort, mit moderner Beleuchtung

Die Kohle wurde über die Kohlenschütte in die Lore geladen.

Über diese Kohlenschütte werden die Loren befüllt

Die Kohlenlore wurde früher mit menschlicher Muskelkraft nach außen (beim Stollenbergbau) oder zum Förderkorb (beim Tiefbergbau) gebracht. Später wurden für diese Arbeit auch Pferde eingesetzt, die das Tageslicht nie wieder sehen durften bzw. konnten.

Die Kohlenlore

Wir haben uns dann noch den Ringofen sowie den Ruhrsegelkahn angeschaut.

Anschließend waren wir noch kurz im benachbarten Feldbahnmuseum den Muttentalbahn. Hier sind verschiedenste Feldbahnfahrzeuge ausgestellt. Wer möchte, kann auch mit der Bahn bis zur Zeche und zurück fahren, oder in der Cafeteria einen Imbiss zu sich nehmen.

Die Feldbahn-Lokomotive Ursula

Die Lokomotive Ursula

Eine elektische Lokomotive aus der Zeche Friedrich-Heinrich in Kamp-Lintfort

Die E-Lok aus Kamp-Lintfort

Noch einmal die elektische Lokomotive aus der Zeche Friedrich-Heinrich in Kamp-Lintfort

Die E-Lok aus Kamp-Lintfort